Das FIJ gibt Asylberechtigten die Möglichkeit, einer sinnvollen Tätigkeit nachzugehen und ihre Deutschkenntnisse zu verbessern. Foto: Fotolia / © Markus Mainka

Was sind die wichtigsten Fakten bezüglich Integrationsjahr bzw.Integrationsjahrgesetz?

07. Februar. 2017 / 11:10

Das Integrationsjahr bzw.Integrationsjahrgesetz stellt laut SPÖ Abteilung Koordinator für Integration Organisation einen Paradigmenwechsel in der Integrationspolitik dar. Was kommt und was geht?

SPÖ Abteilung Koordinator für Integration Organisation fasst das so zusammen: Das Integrationsjahrgesetz und das Integrationsgesetz gehen in Begutachtung. Unser Projekt Integrationsjahr wurde ordnungsgemäß in den Verhandlungen zum Regierungsprogramm neu eingebracht und budgetier":

Was kommt und was geht?   

-Erstmals kommt es zu einem flächendeckenden, durchgängigen, strukturierten Integrationsprogramm mit einer Länge von mindestens 12 Monaten, an dem auch AsylwerberInnen mit hoher Bleibewahrscheinlichkeit teilnehmen sollen

-       -       Damit folgt das Integrationsjahr dem Motto „Integration von Anfang an“ – denn für den Integrationsprozess ist es entscheidend, dass Menschen so schnell wie möglich die Sprache erlernen und sich qualifizieren können. Ein positiver Effekt für die Betroffenen und die Gesellschaft als Ganzes

 

-       Damit wird ein bisher bestehender Systemfehler – unterschiedliche Zuständigkeiten und Systembrüche (etwa ein Deutschkurs absolviert und dann lange Wartezeit auf den nächsten Kurs) – behoben und es besteht eine Aussicht auf eine raschere Selbsterhaltung der Betroffenen

-       Das Integrationsjahr ist abgestimmt auf individuelle Fähigkeiten und Kenntnisse, modular aufgebaut und besteht aus bis zu sieben Modulen

-       Integration ist ein Prozess von Geben und Nehmen. Den konkreten Angeboten steht daher eine Mitwirkungspflicht gegenüber. So wie es auch bisher schon bei den derzeit als Einzelmaßnahmen angebotenen Modulen (z.B. Deutschkursen), wird eine allfällige Nichtteilnahme mit Kürzung der Leistungen - wie etwa der Mindestsicherung – sanktioniert

-       Das Integrationsjahr ist nicht Teil des Integrationsgesetzes (eigenes Gesetz mit eigener Begutachtung), geht aber gleichzeitig in Begutachtung

-       Das Integrationsjahr soll mit dem 1. September 2017 starten

-       Neben dem Integrationsjahr wird auch die Öffnung des Dienstleistungsschecks für AsylwerberInnen (ab einem Aufenthalt von 3 Monaten in Österreich) kommen. Damit können AsylwerberInnen erstmals legal in privaten Haushalten angestellt werden

 

Die Module des Integrationsjahres

-       Die Module werden vom AMS verantwortet. Dieses kann einzelne Module an geeignete Serviceeinrichtungen – etwa unter Berücksichtigung der in den Ländern bereits aufgebauten Integrationsangeboten - auslagern

-       Die Dauer und Abfolge der jeweiligen Module sowie die Dauer des gesamten Integrationsjahres werden in individuellen Coachings festgelegt. Die Gesamtdauer beträgt mindestens 12 Monate und kann nur bei erfolgreichem Erhalt eines regulären Arbeitsplatzes abgebrochen werde

 

-       Kompetenzclearing: Sprachliche, schulische und berufliche, aber auch informelle Qualifikationen werden gemeinsam mit den TeilnehmerInnen umfassend überprüft. Die Ergebnisse werden schriftlich festgehalten und im Rahmen des Integrationsjahres mit Praktika und Schnuppertagen verbunden.

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Abklärung und Unterstützung bei der Anerkennung von Qualifikationen: Ergänzend zum Kompetenzclearing soll auch geklärt werden, ob die festgestellten, im Ausland erworbenen Fähigkeiten und beruflichen Qualifikationen in Österreich anerkannt bzw. gleichgehalten werden können. Gegebenenfalls ist dem/der TeilnehmerIn Unterstützung im Anerkennungsprozess anzubieten.

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Deutschkurse: Die Deutschkurse ab Niveau A2 dienen der Verbesserung der Sprachkenntnisse und der damit einhergehenden erleichterten Integration.

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Werte- und Orientierungskurse: Diese sollen als eigene Module im Rahmen von Sprachkursen angeboten werden. Ziel ist die Vermittlung der österreichischen Kultur und des Alltagslebens, eines Basiswissens über Bildung, Gesundheit und behördliche Abläufe in Österreich und eine damit einhergehende Verdichtung der Sprachkenntnisse. Gleichzeitig kommt es zu einer Vermittlung zum Funktionieren des österreichischen Staates und der Grundprinzipien des Rechtsstaates und seiner demokratischen Prinzipien.

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Berufsorientierungs- und Bewerbungstraining: Die TeilnehmerInnen erhalten intensive AMS-Kurse, in denen sie erlernen, sich erfolgreich bei ArbeitgeberInnen zu bewerben und erhalten – falls erforderlich weitergehende Qualifizierungsmaßnahmen.

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Arbeitsvorbereitungsmaßnahmen: Diese können beispielsweise in Form von Mitarbeit in sozialökonomischen Betrieben, im Besuch von Produktionsschulen bzw. Lehrwerkstätten oder anderen arbeitsplatznahen Qualifizierungsmaßnahmen absolviert werden.

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Arbeitstraining: Arbeitstrainings können zur Qualitätssicherung nur von Zivildienstträgern durchgeführt werden. Dafür erhalten die Betroffenen entsprechende Unterstützungsleistungen des AMS sowie gegebenenfalls eine Unterstützungsleistung aus der BMS. Durch die klare zeitliche Befristung des Moduls, die erste Arbeitserfahrung ermöglichen, kommt es zu keiner Verdrängung inländischer ArbeitnehmerInnen am Arbeitsmarkt und Lohndumping wird – anders als bei den 1 Euro Jobs vorgesehen – ausgeschlossen. 


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24/06/2017