„Die Grünen“ feiern 25-jähriges Jubiläum

Foto: Kleine Zeitung
Der 17. Dezember 1986/ Foto: APA

Der Jubiliäumsakt der Grünen im Parlament versammelte die Gründergeneration der Öko-Partei. Man verhalte sich „tadellos“ in Frauenfragen und vollziehe einen „sauberer Antifaschismus“. Experten und Politiker denken dennoch, die Partei habe das vorhandene Potenzial nicht ausgeschöpft.

Wien. „Herzlich willkommen auf den Mühen der Ebene“. So lauteten die Begrüßungsworte von Nationalratspräsidentin Barbara Prammer (SPÖ) am Mittwoch an den grünen Parlamentsklub. Im Jahre 1986 hielten grüne Politiker erstmals Einzug im Parlament. Auf ihren Koffern waren Slogans zu lesen und anstelle eines Klubchefs setzten sie eine Strohpuppe. Von solch aktionistischen Handlungen ist heute nicht mehr viel zu spüren. Prammer lobte in ihrer Rede die Grünen als „seriösen Ansprechpartner“ und goutierte die Frauenquote der Öko-Partei.

Freda Meissner-Blau, erste Klubobfrau der Grünen, sparte hingegen mit pathetischem Lob: Die Grünen hätten aus den Schwächen der anderen Parteien nicht genug Kapital geschlagen. Insbesondere ab der schwarz-blauen Regierung wäre das entstandene „politische Vakuum“ zu wenig genutzt worden. Über die Anfänge der Grünen Partei meinte Meissner-Blau: „Da gab es schon die Erwartung, dass wir in zwei Monaten die Welt gerettet haben“, was natürlich nicht erfüllt werden konnte. Aber: Die Grünen blieben „tadellos“ im Umgang mit Frauenfragen und einem „sauberen Antifaschismus“.

Chancen in der Zukunft?

Die amtierende Klubchefin Eva Glawischnig kehrte ins Hier und Heute zurück. Man stehe für „schonungslose Aufklärungsarbeit“ und habe ein Umdenken in Sachen Umweltschutz bewirkt. Aufgrund der weltweiten Krise stehe man nun aber vor der größten Herausforderung seit der Gründung. Peter Pilz, Abgeordneter der ersten Stunde, sprach in einer Gesprächsrunde davon, das nächste Projekt werde es sein, die Volkspartei bei den Nationalratswahlen zu überholen. Pilz meinte dazu, seine Partei habe „alle Chancen dieser Welt“. Und auch der im Streit geschiedene Ex-EU-Abgeordnete Johannes Voggenhuber kam zu Wort. Er meinte ein wenig spöttelnd, dass die Grünen in ihren 25 Jahren nicht nur ihre Kinderkrankheiten, sondern auch ihre Eltern loswerden mussten.

Politikberater Thomas Hofer meinte im Gespräch mit den Oberösterreichischen Nachrichten, dass die Grünen trotz Veränderung einer thematischen Agenda in Österreich ihr Potenzial nicht ausgeschöpft hätten. Politologe Ferdinand Karlhofer zog dabei Vergleiche zu den deutschen Grünen, die mittlerweile zu einer Volkspartei zählt und eine breite Masse ansprechen. Dass den Grünen das in Österreich noch nicht gelungen sei, liege teils an fehlenden Strukturen in Niederösterreich und vor allem „am Speckgürtel Wiens“, so Hofer. Karlhofer sieht aber einen Ausweg der Grünen aus ihrer Rolle als „ewige Oppositionspartei“: Durch die Schrumpfung der Großparteien wäre eine Dreier-Koalition von SPÖ, ÖVP und Grünen ein mögliches „Signal der Erneuerung“.


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24/06/2017