Skinheads widersprechen Strache

Foto: APA/Pfarrhofer

Im Prozess um die „Am Schauplatz“-Doku haben die vernommenen Skinheads den ORF-Redakteur Ed Moschitz entlastet. „Sieg Heil“-Rufe hätte es keine gegeben. Strache beharrt trotzdem auf seiner Geschichte.

Wien. Die Fronten scheinen sich zu verschieben. Die beiden Skinheads Philipp R. und Kevin M. erklärten am Dienstag im Straflandesgericht Wien, dass sie im Rahmen der „Am Schauplatz“-Doku über Skinheads weder „Sieg Heil“ gerufen noch gehört haben. Bei ihrer ersten Einvernehmung durch den Verfassungsschutz hatten sie das Gegenteil behauptet. Kevin M. gab nun an, man hätte ihn damals unter Druck gesetzt: „Sitzen Sie einmal vier Stunden dort“, so sein Wortlaut.

Auch die vernommenen ORF-Mitarbeiter (Kamera- und Tonmann) hatten keine „Sieg Heil“-Rufe gehört. Strache und seine Referentin Karin Schmutz wollen den Hitlergruß dennoch vernommen haben. ORF-Redakteur Moschitz hätte die beiden Skinheads mehrere Male aufgefordert, etwas zu Strache zu sagen. Strache will zudem gehört haben, wie Moschitz die Männer anstachelte: „Jetzt sagt's es endlich!“ Moschitz dementiert dies vehement.

Strache gab auch an, dass die aufgezeichneten Bänder von der Dokumentation manipuliert wurden, da auf diesen die „Sieg Heil“-Rufe aufgezeichnet sein müssten. Erfahren habe er dies vom ehemaligen ORF-Chefredakteur Walter Seledec und einem weiteren Mitarbeiter. Moschitz bestreitet auch diese Anschuldigungen. Walter Seledec wird nun beim nächsten Termin als Zeuge aussagen.

Im Zuge eines „Am Schauplatz“-Drehs am 12.März 2010 hatte Moschitz zwei junge Skinheads zu einer FPÖ-Veranstaltung begleitet. Dort soll Moschitz laut Strache die Jugendlichen zu neonazistischen Parolen gedrängt haben. Der ORF-Reporter Moschitz klagte daraufhin die FPÖ wegen übler Nachrede und Verletzung der Unschuldsvermutung.


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17/08/2017