Blutiges Wochenende in Ägypten

Foto: REUTERS/ Amr Abdallah Darsh

In Kairo kam es am Sonntag zu dutzenden Toten und Verletzten. Ursache waren erneut schwere Zusammenstöße zwischen Demonstranten und der Polizei. Nun herrscht Sorge um die Einhaltung des Wahltermins am 28. November.

Zehn Tote, 214 Verletzte und dutzende Festnahmen. Das ist das Resultat der Sonntagsdemonstrationen auf dem Tahrir-Platz in Kairo. Demonstranten forderten einen Rücktritt der Militärregierung, die Polizei antwortete mit Gummiknüppeln, Tränengas und scharfer Munition. Angaben zufolge wurden sieben Menschen erschossen, weitere drei Personen erstickten offenbar nach dem Einatmen von Tränengas. Auch in Alexandria, Suez, Ismailia und im Nord-Sinai kam es zu Protesten. Es sind wohl die schwersten Zusammenstöße seit dem Aufstand gegen den ehemaligen Staatschef Hosni Mubarak.

Die Zusammenstöße lassen die kommenden Wahlen am 28. November in keinem guten Licht erscheinen. Viele Einheimische sorgen sich darum, dass die Polizei am Wahltag nicht für Sicherheit und Ordnung sorgen könne. Politische Gruppierungen und Militäroberhäupter streiten sich zudem über die künftige Rolle der Streitkräfte, und ob die Armee auch künftig von einer parlamentarischen Kontrolle ausgenommen bleibt.

General Mohsen Fangari versicherte im ägyptischen Fernsehen, die Wahlen würden wie geplant stattfinden. Armee und Innenministerium würden für Sicherheit sorgen, ein Abzug der Armee ist für Ende 2012 vorgesehen. Danach könnten die Präsidentschaftswahlen stattfinden. Fangari erklärte, dass diejenigen, die einen Sturz der Regierung forderten, auch den Zusammenbruch des Landes wollen. Der aussichstsreiche Präsidentschaftskandidat und Friedensnobelpreisträger Mohamed El-Baradei verurteilte jedwede Form von Gewalt an Demonstranten. Er forderte eine „Regierung der nationalen Rettung“.

Am Montagmorgen herrschte vorerst gespannte Ruhe auf dem Tahrir-Platz in Kairo. Die ägyptische Nachrichtenwebsite „Youm7“ berichtete, der Imam einer naheliegenden Moschee habe zwischen den Demonstranten und den Sicherheitskräften vermittelt.


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17/08/2017